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Visual C# 2005 von Andreas Kühnel
Das umfassende Handbuch
Buch: Visual C# 2005

Visual C# 2005
1.320 S., mit 2 CDs, 59,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 3-89842-586-X
gp Kapitel 3 Grundlagen der Sprache C#
  gp 3.1 Konsolenanwendungen
    gp 3.1.1 Allgemeine Anmerkungen
    gp 3.1.2 Ein erstes Konsolenprogramm
  gp 3.2 Grundlagen der C#-Syntax
    gp 3.2.1 Kennzeichnen, dass eine Anweisung abgeschlossen ist
    gp 3.2.2 Anweisungs- und Gliederungsblöcke
    gp 3.2.3 Kommentare
    gp 3.2.4 Die Groß- und Kleinschreibung
    gp 3.2.5 Die Struktur einer Konsolenanwendung
  gp 3.3 Variablen und Datentypen
    gp 3.3.1 Variablendeklaration
    gp 3.3.2 Der Variablenbezeichner
    gp 3.3.3 Der Zugriff auf eine Variable
    gp 3.3.4 Ein- und Ausgabemethoden der Klasse »Console«
    gp 3.3.5 Die einfachen Datentypen
    gp 3.3.6 Typkonvertierung
  gp 3.4 Operatoren
    gp 3.4.1 Arithmetische Operatoren
    gp 3.4.2 Vergleichsoperatoren
    gp 3.4.3 Logische Operatoren
    gp 3.4.4 Bitweise Operatoren
    gp 3.4.5 Zuweisungsoperatoren
    gp 3.4.6 Stringverkettung
    gp 3.4.7 Sonstige Operatoren
    gp 3.4.8 Operator-Vorrangregeln
  gp 3.5 Datenfelder (Arrays)
    gp 3.5.1 Die Deklaration und Initialisierung eines Arrays
    gp 3.5.2 Der Zugriff auf die Array-Elemente
    gp 3.5.3 Speicherabbild eines Arrays
    gp 3.5.4 Mehrdimensionale Arrays
    gp 3.5.5 Festlegen der Array-Größe zur Laufzeit
    gp 3.5.6 Bestimmung der Array-Obergrenze
    gp 3.5.7 Die Gesamtanzahl der Array-Elemente
    gp 3.5.8 Verzweigte Arrays
  gp 3.6 Kontrollstrukturen
    gp 3.6.1 Die »if«-Anweisung
    gp 3.6.2 Das »switch«-Statement
  gp 3.7 Programmschleifen
    gp 3.7.1 Die »for«-Schleife
    gp 3.7.2 Die »foreach«-Schleife
    gp 3.7.3 Die »do«- und die »while«-Schleife

Kapitel 3 Grundlagen der Sprache C#


Galileo Computing

3.1 Konsolenanwendungedowntop

In den ersten beiden Kapiteln haben Sie die Strategie von .NET kennen gelernt und einen ersten Einblick in die neue Entwicklungsumgebung des Visual Studio 2005 bekommen.


Galileo Computing

3.1.1 Allgemeine Anmerkungen  downtop

Wir wenden uns nach dieser Einführung nun der Programmierung zu, die sich – losgelöst von allen Einflüssen, welche die Common Language Runtime (CLR) ausübt – grundsätzlich in zwei Kategorien einteilen lässt:

gp  in die fundamentale Sprachsyntax
gp  in die Objektorientierung

Ein tief gehendes Verständnis beider Ansätze ist Voraussetzung, um eine auf der .NET-Plattform basierende Anwendung zu entwickeln. Haben Sie keine Programmierkenntnisse, auf die aufgebaut werden kann, ist das gleichzeitige Erlernen beider Teilbereiche schwierig und hindernisreich – ganz abgesehen von den Handhabungsproblemen mit der komplexen Entwicklungsumgebung. Wir werden uns daher in diesem Kapitel zunächst der Syntax von C# ohne Berücksichtigung der Objektorientierung zuwenden – zumindest weitestgehend, denn ohne den einen oder anderen flüchtigen Blick in die .NET-Klassenbibliothek werden wir nicht ganz auskommen.

Um den Einstieg möglichst einfach zu halten, insbesondere für diejenigen Leser, die sich zum ersten Mal mit der Programmierung beschäftigen, drehen wir das Rad der EDV-Geschichte zurück und werden unsere Programmbeispiele zunächst nur als Konsolenanwendungen entwickeln. Konsolenanwendungen werden im DOS-Fenster, häufig auch als Eingabeaufforderung bezeichnet, ausgeführt. Sie sind einerseits überschaubarer als Anwendungen mit visualisierter Benutzeroberfläche, andererseits kann man sich mit der Entwicklungsumgebung schrittweise vertraut machen, ohne gleichzeitig bei den vielen Dialogfenstern und dem automatisch generierten Code sofort den Überblick zu verlieren.

Das Ziel dieses Kapitels ist es, Ihnen die fundamentale Sprachsyntax von C# näher zu bringen. Erst danach soll der objektorientierte Ansatz in den Kapiteln 4 bis 7 eingehend erläutert werden.


Galileo Computing

3.1.2 Ein erstes Konsolenprogramm  toptop

Nach dem erstmaligen Öffnen eines Projekts vom Typ Konsolenanwendung wird im Codeeditor eine Codestruktur entsprechend der gewählten Vorlage angezeigt, die wie folgt aussieht:


using System;
using System.Collections.Generic;
using System.Text;
namespace ConsoleApplication1
{
  class Program
  {
    static void Main(string[] args)
    {
    }
  }
}

Dieser Coderumpf besitzt noch keinerlei Funktionalität, die wir zur Laufzeit des Programms beobachten könnten. Er gibt uns nur den minimalen Rahmen vor, in den hinein wir unseren Code schreiben müssen.

Eine Konsolenanwendung öffnet ein Kommandofenster und schreibt in dieses Informationen. Das wollen wir nun in unserer ersten kleinen Anwendung realisieren und uns die Zeichenfolge »C# ist spitze.« ausgeben lassen. Dazu ergänzen Sie den Programmcode folgendermaßen:


...
static void Main(string[] args)
{
  Console.WriteLine("C# ist spitze.");
  Console.ReadLine();
}
...

Wir haben zwei Zeilen Programmcode eingefügt. Die erste dient dazu, in die Konsole eine Ausgabe zu schreiben. Mit der genauen Syntax dieser Anweisung werden wir uns später noch auseinander setzen. Würden wir auf die zweite Anweisung verzichten, träte ein hässliches Phänomen auf: Das Konsolenfenster würde sich zwar öffnen, aber auch sofort wieder schließen. Wir könnten kaum die Ausgabe der Zeichenfolge lesen. Mit


Console.ReadLine();

stellen wir sicher, dass die Konsole so lange geöffnet bleibt, bis der Anwender sie mit der (Enter)-Taste schließt.

Nun wollen wir uns vom Erfolg unserer Aktion natürlich auch überzeugen und das Laufzeitverhalten testen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

gp  Sie klicken in der Symbolleiste die Schaltfläche Starten in der Symbolleiste.
gp  Sie wählen im Menü Debuggen das Element Debuggen starten.
gp  Sie drücken die (F5)-Taste auf der Tastatur.

Hinweis   Sie können das Projekt aus der Entwicklungsumgebung auch starten, wenn Sie im Menü Debuggen das Untermenü Starten ohne Debuggen wählen. Das hat den Vorteil, auf die Anweisung Console.ReadLine(); verzichten zu können. Dafür wird an der Konsole automatisch die Aufforderung Drücken Sie eine beliebige Taste ... angezeigt.

Wenn jetzt die Ausführung gestartet wird, sollte das Konsolenfenster geöffnet werden und wunschgemäß die Zeichenfolge


C# ist spitze.

anzeigen. Geschlossen wird die Konsole durch die (Enter)-Taste. Daraufhin wird die Laufzeit beendet, und wir gelangen wieder zurück in die Entwicklungsumgebung.

Nehmen wir an, Sie hätten einen »kleinen« Fehler gemacht und vergessen, hinter der Anweisung


Console.ReadLine()

ein Semikolon anzugeben. Wie Sie später noch erfahren, muss jede C#-Anweisung mit einem Semikolon abgeschlossen werden. Nun würde ein syntaktischer Fehler vorliegen, den unser C#-Compiler natürlich nicht akzeptieren kann. Sie bekommen eine Meldung des aufgetretenen Fehlers in einem separaten Fenster angezeigt, in der Fehlerliste (siehe Abbildung 3.1).

Abbildung
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Abbildung 3.1   Die Liste mit den Fehlermeldungen

In unserem Beispiel ist nur ein Fehler aufgetreten. Wären es mehrere, würden diese der Reihe nach untereinander erscheinen. Die Beschreibung des Fehlers ist in den meisten Fällen recht informativ – zumindest wenn man etwas Erfahrung im Umgang mit .NET hat. Da sich .NET-Anwendungen aus mehreren Dateien zusammensetzen, wird zudem die betroffene Datei genannt und die Zeile, in welcher der Fehler aufgetreten ist. Sollten Sie im Codefenster keine Zeilennummern sehen, können Sie das über das Menü Extras · Optionen einstellen. Markieren Sie dazu, wie in der folgenden Abbildung gezeigt, in der Liste den Eintrag Text-Editor/Alle Sprachen und setzen das Häkchen vor Zeilennummern.

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu vergrößern

Abbildung 3.2   Setzen der Option zum Anzeigen der Zeilennummern im Codeeditor

Doppelklickt man auf einen Listeneintrag im Fenster Fehlerliste, springt der Eingabecursor in die fehlerverursachende Codezeile. An dieser Stelle sei schon angemerkt, dass mehrere Fehlereinträge nicht zwangsläufig verschiedene Fehlerursachen haben müssen. Häufig kommt es vor, dass ein einzelner Fehler zu Folgefehlern bei der Kompilierung führt, die ihrerseits alle in der Liste erscheinen.

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